Wer kennt ihn nicht, diesen Spruch? In der Vergangenheit war das natürlich ein Aufruf an die Jugend was „Gscheit´s“ zu lernen, da man dann ein gutes Auskommen hätte und ein komfortables Leben führen könne. Man könnte es aber auch so verstehen, dass handwerklich produzierte Produkte dem Konsumenten einen ganz anderen Mehrwert geben als es ein industrielles Massenprodukt es vermag. Auch hier geht es um ein gutes Auskommen mit der Umwelt und den Komfort, den ein qualitätsvolles Produkt bietet.

Das gilt natürlich auch für Kaffee. In Österreich werden jeden Tag des Jahres 70 Tonnen Röstkaffee verbraucht. Jeder Österreicher – vom Kleinkind bis zum Greis – trinkt ca. 3 Tassen Kaffee pro Tag. Aber was trinken Herr und Frau Österreicher da? 95% entfällt auf größtenteils undefinierbaren Industriekaffee, der in bunten Packungen im Supermarktregal so etwas wie Authentizität und über alle möglichen nicht nachvollziehbaren Qualitäts-, Bio-, und Fairness Siegel dem Konsumenten sorglosen Genuss vorgaukeln möchte. Doch dahinter steht die nach der Erdölindustrie größte globale Industrie, die von ein paar Mega-Multinationalen Konzernen kontrolliert wird. Hier geht es nicht darum, ein köstliches und gesundes Produkt für den Konsumenten zu produzieren, nachhaltige Landwirtschaft oder den Bauern in den Anbauländern ein menschenwürdiges Auskommen zu ermöglichen, sondern schlicht ums Geld. Auf dem Altar des Profits werden Regenwälder niedergeholzt, Böden auf Jahrzehnte mit Pestiziden verseucht und Menschen ausgebeutet. Und was nicht minder schlimm ist: der Kaffee, der bei Ihnen in der Tasse landet schmeckt genau so schlecht wie diese Geschäftspraktiken.

Aber das muss nicht sein! Seit ein paar Jahren gibt es immer mehr Querköpfe und Kaffeeliebhaber, die hier nicht mehr mitmachen. Konsumenten, die wirklich guten Kaffee erkennen und schätzen, Baristas, die mit Hingabe die Kaffeezubereitung in all ihren Facetten weiterentwickeln und perfektionieren und eine steigende Anzahl an passionierten handwerklichen Spezialitätenkaffeeröstern. Es gibt sicher auch schon in Ihrer Nähe einen kleinen Qualitätsröster. Seien Sie mutig, kosten Sie sich durch und stellen Sie Fragen. Ein guter Röster kann Ihnen sagen, wo der Kaffee, den Sie trinken, herkommt – oft kennt er sogar den Kaffeebauern im Herkunftsland persönlich! Und so wird der tägliche Kaffee von einem koffeinhaltigen Muntermacher, der einen halt so durch den Tag bringt, auf einmal zu einem wirklichen Genussmittel – mit einzigartigen Aromen und einer Geschichte. Das lässt uns in der Hektik des Tages einen Moment innehalten und Zeit und Raum verschmelzen.